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Was ist mit dem Schloss in den fast letzten zwei Jahrzenten geschehen?


1996 erwirbt Herr Willi Hummel das Schloss Promnitz von der TLG. Über die Zeitung wird kommuniziert, daß der neue Schlossherr eine Zuchtanlage für Dammwild und für Strauße aufbauen will. Seit 2002 ist die Anlage unbewohnt. In den kommenden Jahren kündigt er die Anbindung an Strom und Wasser auf. Seitdem verfügt das Haus  über keine für einen Betrieb notwendige Versorgung mehr. Heizungen sind demontiert oder defekt. Die Schlossanlage beginnt  zu verwahrlosen.
Seit 2006 haben sich vermehrt Dachpfannen gelöst und an vielen Stellen des Schlosses tritt Niederschlag ein. Jetzt in 2013 ist ein Scheunendach eingebrochen und hat ein 40m² großes Loch hinterlassen. Auch hat Wind und Niederschlag in den letzten 10 Jahren die Dächer der drei Flügel des Schlosses stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Schlosssaal, in dem einst August der Starke die Abschlußveranstaltung des Zeithainer Lagers 1730 beobachtete, ist in der Decke zu 4m² transparent. D.h. der Himmel ist sichtbar, da dort inzwischen die Dachziegeln auf dem Dachstuhl vollständigfehlen und Herr Hummel keine Reparatur durchführte. Der Eigentümer stellte vor mehr als 10 Jahren ein Baugerüst auf und verankerte dieses im Hausdach. Die Abdichtung aus Plastikfolie ist schon lange marode. Frei und ungehindert schießt Wasser bei jedem Niederschlag gesammelt von der Dachfläche in den Dachstuhl und durchweicht die Geschoßdecken. Lehm und Stroh quellen auf. Die historische Kassettendecke des Eingangsbereiches hat nun angefangen sich zu öffnen. Ein zu dem Ensemble zugehöriges Drescherhaus hat Herr Hummel aus Sicherheitsgründen im Herbst 2012 abdecken lassen müssen. Der Aufforderung der Neueindeckung ist er bis heute nicht nachgekommen.

 

26.09.2012

 

 

 

 

 

Der Landbote (1995)

 

 

 

 

Aus dem Katalog Schlösser und Herrenhäuser:

 „Wir suchen Persönlichkeiten, denkmalpflegerisch aufgeschlossene
Eigentümer“, so Sachsens Innenminister Heinz Eggert (CDU) im Vorwort zum
Katalog „Schlösser und Herrenhäuser“, „damit unsere Schlösser eine
gesicherte Zukunft haben.“







 

 

Vollständiger Artikel: 
http://www.focus.de/politik/deutschland/immobilien-schlossherren-gesucht_aid
_149659.html
FOCUS Magazin | Nr. 46 (1994) 
IMMOBILIEN Schloßherren gesucht!
Montag, 14.11.1994, 00:00 · von Heiner Pachmann
<http://www.focus.de/intern/impressum/autoren/heiner-pachmann_auid_1856.html
...
IMMOBILIEN: Schloßherren gesucht! - weiter lesen auf FOCUS Online:
http://www.focus.de/politik/deutschland/immobilien-schlossherren-gesucht_aid
_149659.html
Die neuen Bundesländer versetzen ihr Tafelsilber: Schlösser und Gutssitze
stehen zum Verkauf – darunter auch etliche Schmuckstücke

Hubertus von Rundstedt mag gar nicht mehr hinsehen. Leere Schnapsflaschen
und ausgekratzte Schmalzfleischdosen zeugen von einem nächtlichen Diner
besonderer Art, zu dem sich ungebetene Gäste im Schloß Schönfeld die Ehre
gegeben hatten.

Von Rundstedt hat den Verfall des Sitzes seiner Ahnen in der Altmark bei
Stendal (Sachsen-Anhalt) täglich vor Augen. Den benachbarten Gutshof konnte
der Großneffe von Hitlers Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt von der
Treuhand zurückkaufen. Beim Schloß, in dem zu DDR-Zeiten angehende
Facharbeiter Gemüseverarbeitung büffelten, mußte der 40jährige Garten- und
Landschaftsarchitekt passen. Fürstliche drei Millionen Mark verlangte das
Bundesvermögensamt für Park und Herrensitz, mindestens die gleiche Summe
hätte investiert werden müssen.

Solvente Interessenten aber blieben bislang aus. Folge: Nicht nur das Schloß
verrottet, auch der Park mit seinen 90 Baum- und Straucharten und dem
größten Mammutbaum Norddeutschlands drohte im Sommer wegen Wassermangels
umzukippen.

Östlich der Elbe verfallen Kultur- und Baudenkmale zu Hunderten. Für die
dringenden Renovierungs- oder auch nur Sicherungsarbeiten fehlt, zumindest
in öffentlichen Kassen, das Geld.

Jetzt haben Kommunen, Länder und die Treuhand die Flucht nach vorn
angetreten. „Wir suchen Persönlichkeiten, denkmalpflegerisch aufgeschlossene
Eigentümer“, so Sachsens Innenminister Heinz Eggert (CDU) im Vorwort zum
Katalog „Schlösser und Herrenhäuser“, „damit unsere Schlösser eine
gesicherte Zukunft haben.“

Private Investoren sollen für den Staat einspringen, weil die Länder, per
Verfassung zum Schutz ihrer Kulturdenkmale verpflichtet, klamm sind. Allein
in Sachsen sind rund 900 Herrenhäuser und Schlösser behandlungsbedürftig.
Sie haben die bewußte Denkmalzerstörung der Nachkriegszeit, der rund 200
Schlösser im Freistaat zum Opfer fielen, zwar überstanden. Aber
Zweckentfremdung und meist jahrelanger Leerstand ließen viele Gemäuer marode
werden. 104 dieser „gefährdeten Kulturdenkmale“ in Sachsen werden im
Bulletin der Schriftreihe „Baukultur, Architektur, Denkmalpflege“
vorgestellt und feilgeboten. Rege Nachfrage verzeichnet Finanzminister Georg
Milbradt (CDU) allerdings nur bei kleineren Objekten wie Herrenhäusern. „Für
Schlösser“, so Milbradt, „gibt es zur Zeit keinen Markt.“

Reiche Auswahl an vormals noblen Domizilen bietet Mecklenburg-Vorpommern.
1700 Herrenhäuser, Güter und Schlösser wurden landesweit erhoben. Vorerst 40
davon landeten in einer schlicht „1. Immobilienkatalog“ genannten
Verkaufshilfe des damaligen Wirtschaftsministers Conrad
<http://www.focus.de/politik/deutschland/immobilien-schlossherren-gesucht_ai
d_149659.html>  Michael Lehment (FDP). Auf kulturhistorische Aspekte
verzichtete das Land, zum Erstaunen von Experten, großzügig.

Mit Pathos betitelte dagegen die Liegenschaftsgesellschaft der Treuhand
(TLG) ihren Katalog der käuflichen Adelssitze. Als „Schlösser für die
Zukunft“ werden 20 ausgewählte Objekte aus den neuen Bundesländern weltweit
zum Verkauf angeboten. Vom hinfälligen Schlößchen Wulkow bei Frankfurt/Oder,
das für eine symbolische Mark (plus Grundstückswert 51 000 Mark) zu haben
ist, bis zum wasserumfluteten Schloß Boitzenburg, das schon wegen seines 97
881 Quadratmeter großen Parks nicht unter einigen Millionen Mark an neue
Herrschaften geht. Für den einstigen Sitz derer von Arnim trifft, wie für
die Schlösser Basedow und Schlemmin in Vorpommern, der englische Titel des
zweisprachigen TLG-Katalogs ins Blaue: „Fairy Tales For Sale“ – Märchen zu
verkaufen.

Große Geschäfte sind mit diesen Immobilien kaum zu machen. Wegen der meist
immensen Instandsetzungskosten ist für die Schlösser selbst nicht viel zu
verlangen. Eingedenk der „Verantwortung für das kulturhistorische Erbe“, so
TLG-Geschäftsführer Günter Himstedt, würden nur solche Investoren Chancen
haben, die eine auf Dauer wirtschaftlich tragfähige Nutzung mit
denkmalpflegerischen Anforderungen in Einklang brächten. Im Klartext:
Nutzungskonzept sticht Höchstpreis.

Phantasie ist gefragt. Denn ginge es nach den Vorstellungen der Anbieter,
dürfte eine Flut von Schulungs-, Freizeit- und Kulturzentren, Kongreß- und
Sporthotels sowie Reiterhöfen, Pensionen und Altersheimen drohen.

Das Rundstedt-Anwesen soll jetzt neu ausgeschrieben werden. Nachfahre
Hubertus will die Suche nach Investoren selbst in die Hand nehmen. Weil
schnell etwas passieren muß und „weil ich seriöse Nachbarn will und kein
Bordell. Solche Leute waren auch schon hier.“

...
IMMOBILIEN: Schloßherren gesucht! - weiter lesen auf FOCUS Online:
http://www.focus.de/politik/deutschland/immobilien-schlossherren-gesucht_aid
_149659.html

 
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